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Posts Tagged ‘Kirchen’

Der Politologe Carsten Frerk kritisiert das Finanzgebaren der deutschen Kirchen schon seit vielen Jahren. Im Finanzbericht des Bistums Köln – einem der reichsten Bistümer der Welt – entdeckt er hinter einem Milliardenvermögen großangelegte Immobilien- und Fondsgeschäfte. Alte Verträge zwischen Kirche und Staat führen in anderen Kommunen zu stetigen Einnahmequellen. In Frankreich dagegen sind Kirche und Staat strikt voneinander getrennt. Ein Landpfarrer im Raum Lyon verdient gerade einmal 960 Euro. Kirchengebäude müssen verkauft, Kirchen abgerissen werden, weil ihr Unterhalt nicht mehr finanziert werden kann.

Autor Michael Wech geht in seinem Film „Die Kirche und das Geld“ den weit verzweigten Kirchenfinanzen nach und zeigt, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Kirchenfinanzsysteme in Deutschland und Frankreich haben. So wird der Fall eines deutschen Pfarrers aufgerollt, der Millionen unterschlagen hat, ohne dass seine bischöfliche Aufsichtsbehörde aus diesem Vergehen grundlegende Konsequenzen zieht. In Frankreich, im Bistum Lyon dagegen, haben die Pfarrer mit strikten Sparmaßnahmen zu kämpfen und an vielen Orten, auch in der Metropole Paris, verfallen die Kirchen, weil das Geld für die Sanierung fehlt. Die Fälle sind symptomatisch und zeigen, dass es auf beiden Seiten Probleme gibt. Doch eines macht der Film deutlich: Nicht nur Transparenz und Kontrolle sind wichtig. Gerade die enge finanzielle Verknüpfung von Kirche und Staat in Deutschland gehört dringend auf den Prüfstand.

 

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  Rhein-Main 02.03.2016
Von Robert Maus

GLAUBE Mehr als 60 Prozent der Frankfurter gehören keiner der beiden großen Konfessionen mehr an

 Der Aderlass setzt sich fort

FRANKFURT – Die Austrittswelle bei den beiden großen Kirchen setzt sich in Frankfurt fort, wenn auch leicht gebremst. Vergangenes Jahr kehrten insgesamt 5293 Christen der Kirche den Rücken. 2618 Katholiken und 2675 Protestanten wollten nicht mehr und erklärten ihren Austritt. Das hat eine Nachfrage dieser Zeitung beim Frankfurter Amtsgericht ergeben. …………..

Zahlen:

LINK:

<a href=“http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/rhein-main/der-aderlass-setzt-sich-fort_16689175.htm“>Der Aderlass setzt sich fort (Allgemeine Zeitung, 02.03.2016)</a>

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Recht, Kirchen 31.03.2014 · Nr. 18233

Verfassungsbeschwerden gegen Kirchen

Taufstein in St. Peter und Paul (Eltville), Foto: Haffitt (CC-BY-SA-3.0)
Taufstein in St. Peter und Paul (Eltville), Foto: Haffitt (CC-BY-SA-3.0)

WOLFENBÜTTEL. (hpd) Die Kindstaufe wird an einem noch nicht volljährigen und damit noch unmündigen Kind vollzogen. Diese Tatsache und dass dieser Akt der Aufnahme in eine Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt wird und Auswirkungen auf das gesamte Leben des Menschen hat, hält Prof. Dr. Uwe Hillebrand für verfassungswidrig. Deshalb hat er eine Verfassungsbeschwerde eingelegt.

 

Im Grundgesetz (GG) der Bundesrepublik Deutschland wird u.a. allen Bürgern Religionsfreiheit garantiert, ferner werden generell die Grundrechte der Religionsgemeinschaften definiert. Artikel 140 GG regelt die Rechte der Religionsgemeinschaften. Zu diesem Zweck wurden die diesbezüglichen Bestimmungen der Artikel 136 bis 141 der deutschen Verfassung vom 11.08.1919 (Weimarer Reichsverfassung, WRV) in den Art. 140 GG übernommen. Dieser Artikel des Grundgesetzes gilt also in Verbindung mit (i.V.m.) dem entsprechenden Artikel der WRV.

Durch die Taufe wird ein neugeborener Mensch offiziell in die jeweilige Religionsgesellschaft aufgenommen. Weil der Mensch in der Regel im Säuglingsalter getauft wird, kann er dabei nicht begreifen, wie ihm geschieht. Auch die Fragen nach dem Taufbegehren und dem Glaubensbekenntnis kann der Säugling weder verstehen noch beantworten, weswegen stellvertretend für ihn die Eltern und der Taufpate antworten. Bei dieser wichtigen Entscheidung, ob ein Mensch in die fragliche Kirchengemeinde aufgenommen werden will oder nicht, hat somit der Betroffene selbst nichts zu entscheiden. Diese bei den christlichen Kirchen übliche Verfahrensweise zur Aufnahme eines Mitgliedes verstößt insgesamt gegen fünf Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, gegen die Verfassungsbeschwerde eingelegt wurde.

Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 Abs. 4 WRV lautet: „Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.“

Nach diesem Grundgesetz handelt es sich bei der praktizierten Kindstaufe um eine Zwangstaufe, die der im Grundgesetz allen Bürgern, unabhängig vom Alter, zugesagten Zwangsfreiheit widerspricht. Eine altersbedingte Ausnahme sieht das Grundgesetz hierbei nicht vor. Der Zwang, dem der Täufling ausgesetzt ist, besteht in der völligen Abnahme der Entscheidungs- und Handlungsfreiheit. Da er aufgrund seines Alters keine diesbezügliche Entscheidung äußern kann, muss diese Entscheidung auf ein späteres Lebensalter verschoben werden, in dem er dann zu solch einer Entscheidung fähig ist.

Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 lautet: „Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes.“

Bei der Kindstaufe werden demnach die in Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 Abs. 4 WRV formulierten Schranken des Gesetzes, die für jeden Bürger der Bundesrepublik Deutschland, also auch für eine Religionsgesellschaft, gelten müssen, von der die Kindstaufe durchführenden Religionsgesellschaft überschritten.

Art. 6 GG Abs. 2 Satz 1 lautet: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“

Daraus kann nicht das Recht abgeleitet werden, dass Eltern auch über die Taufe und damit die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche ihrer Kinder bestimmen können, weil diese Verfahrensweise Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 Abs. 4 WRV widerspricht. Denn unmündige Kinder sind eigene Rechtssubjekte, für die die religiöse Selbstbestimmung zu gelten hat. Das Erziehungsrecht der Eltern darf außerdem nicht das in Art. 4 GG Abs. 1 garantierte Grundrecht auf Religionsfreiheit außer Kraft setzen.

Art. 4 GG Abs. 1 lautet: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Durch eine Taufe im Kleinkindalter wird die in Art. 4 GG Abs. 1 garantierte Religionsfreiheit der Bürger verletzt. Die Eltern nehmen zwar für sich das Recht auf Religionsfreiheit in Anspruch, verwehren es aber gleichzeitig ihrem Kinde. Da es sehr viele Religionen gibt, die jede für sich einen absoluten Wahrheitsanspruch vertreten, widerspricht diese Verfahrensweise der Freiheit des religiösen Bekenntnisses, weil die Eltern mit der Taufe ihrem Kind ihre eigene Religion aufzwingen. Ein Korrigieren dieser elterlichen Entscheidung durch das getaufte Kind in späteren Jahren ist oft nicht möglich, da erfahrungsgemäß die frühkindliche kirchliche Indoktrination, eine direkte Folge der unfreiwilligen Taufe, in vielen Fällen eine Korrektur aus psychologischen Gründen verhindert.

Art. 14 GG Abs. 1 Satz 1 lautet: „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.“

Die direkte Folge der Taufe ist eine unbefristete Kirchenmitgliedschaft samt späterer Kirchensteuerpflicht. Dies ist nach Art. 14 GG Abs. 1 Satz 1 ein Eingriff in das Grundrecht des Kindes auf Eigentum. Ein Austritt aus der Kirche im Erwachsenenalter und damit ein Beenden der finanziellen Belastung durch die zu zahlende Kirchensteuer ist aus den erwähnten psychologischen Gründen oft nicht möglich und wäre außerdem mit erheblichen Sanktionen durch die jeweilige Kirche verbunden, die beim Austrittswilligen aufgrund seiner jahrelangen Mitgliedschaft in der Kirche trotz aller Zweifel ernste Bedenken verursachen würden.

Weitere Verfassungsbeschwerde gegen das Bundesland Niedersachsen

Der Haushaltsplan des Landes Niedersachsen für das Jahr 2014 wurde am 13.12.2013 vom niedersächsischen Landtag verabschiedet und sieht im Kapitel 0765 (Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften) im Titel 684 31–4 Staatsleistungen an die evangelischen Landeskirchen in Höhe von 33 984 000 Euro und im Titel 684 33–0 Staatsleistungen an die Diözesen in Höhe von 8 528 000 Euro vor. Diese Staatsleistungen sehen Dotationen für so genannte kirchenregimentliche Zwecke und Zuschüsse für Zwecke der Pfarrbesoldung und Pfarrversorgung vor. Das Land Niedersachsen verstößt damit gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 3 WRV lautet: „Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.“

Nach der föderalen Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland ist das Bundesland Niedersachsen eines ihrer Mitgliedsländer. Die Zuschüsse des Bundeslandes Niedersachsen an die evangelische und an die katholische Kirche für die Zwecke der Pfarrbesoldung und Pfarrversorgung stellen demnach eine nach dem Grundgesetz Art. 140 i.V.m. Art. 137 Abs. 3 Satz 2 WRV untersagte Mitwirkung der Bundesrepublik Deutschland, hier durch das Bundesland Niedersachsen, bei der Verleihung eines Amtes einer Religionsgemeinschaft dar und sind deshalb untersagt. Denn die Verleihung eines Kirchenamtes durch die beiden Großkirchen ist nur möglich bei Finanzierung desselben. Die hierfür verwendeten Gelder des Landes Niedersachsen fehlen aber in dessen Landeshaushalt an anderer Stelle, was einen weiteren Verstoß gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bedeutet.

Art. 5 GG Abs. 3 Satz 1 lautet: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“

In Deutschland wird die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre als Grundrecht geschützt. Es liegt in der Natur der Sache, dass der zur Verfügung stehende Finanzrahmen das Niveau und damit die Freiheit der Forschung zu einem großen Teil mitbestimmt. Denn bei zu geringer finanzieller Ausstattung der Forschung wird deren Freiheit automatisch eingeengt. Als Folge davon ist auch die Qualität der Lehre betroffen. Damit führt die nach Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 3 WRV untersagte Mitwirkung der Bundesrepublik Deutschland, hier durch das Bundesland Niedersachsen, bei der Verleihung eines Kirchenamtes dazu, dass die hierfür aufgewendeten Gelder in Höhe von insgesamt 42 512 000 Euro der aktuellen Forschung entzogen werden, was einen Verstoß gegen Art. 5 GG Abs. 3 Satz 1 darstellt.

Art. 2 GG Abs. 2 Satz 1 lautet: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

In Deutschland werden die persönlichen Freiheitsrechte der Bürger als Grundrecht geschützt. Da die finanzielle Förderung der wissenschaftlichen Forschung durch die Anwendung ihrer Ergebnisse direkt auf die Qualität des Lebens der Bürger wirkt – man denke dabei allein an die medizinische und pharmazeutische Forschung, deren Ergebnisse im Krankheitsfall lebenswichtig sein können –, werden durch diese Vorgehensweise des Bundeslandes Niedersachsen die Grundrechte der deutschen Staatsbürger verletzt. Speziell das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird durch die Einengung des finanziellen Rahmens der medizinischen und pharmazeutischen Forschung verletzt. Die Zuschüsse des Bundeslandes Niedersachsen an die evangelische und an die katholische Kirche für die Zwecke der Pfarrbesoldung und Pfarrversorgung verstoßen demnach auch gegen Art. 2 GG Abs. 2 Satz 1.

Uwe Hillebrand

 

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Lutherische Intoleranz
gegen Andersgläubige


Wess´ Brot ich ess, dess´ Lied ich sing … Daran müssen sich auch Mitglieder und Angestellte der Evangelischen Kirche halten, wenn es um die von Luther angeordnete Intoleranz gegenüber Andersgläubigen geht. In der Luther-Kirche gilt z.B. bis heute:
Wer bei „Ketzern“ arbeitet, wird ausgeschlossen!

Mehrere neue Fälle wurden nun bekannt:

1. Fall: Erzieherin eines evangelischen Kindergartens darf nicht bei Ketzern arbeiten

Einer Erzieherin, die seit 15 Jahren in einem Evangelischen Kindergarten arbeitet, wurden, als die Kinderzahlen zurückgingen, ihr Arbeitseinsatz sowie ihre Gehaltsbezüge gekürzt. Sie suchte einen Einkommensausgleich und bewarb sich bei einem mittelständischen Unternehmen als Reinigungshilfe für zwei Stunden am Tag auf 400 Euro-Basis. Darüber informierte sie auch die für den Kindergarten zuständige Pfarrerin, die dies akzeptierte.

Da die Verantwortlichen des Unternehmens, in dem die Erzieherin arbeiten wollte, jedoch weder lutherisch noch katholisch, sondern Nachfolger des Nazareners sind und somit dem Universellen Leben aller Kulturen Weltweit nahe stehen, kam es, als dies in der lutherischen Kirche bekannt wurde, zum Eklat.

Nach einigen Wochen erhielt die Erzieherin von einem evangelischen Oberkirchenrat aus Karlsruhe einen Brief, mit dem sie aufgefordert wurde, ihre Aushilfstätigkeit „unverzüglich, jedoch bis spätestens zum 30.11.2009“ zu beendigen, „andernfalls sehen wir uns gezwungen, das Arbeitsverhältnis mit Ihnen zu beenden.“ Als Grund für diese Nötigung gab der Oberkirchenrat an: Die Firma sei „eng mit der Vereinigung Universelles Leben verbunden“, die „von der Landeskirche als eine Sekte mit stark kirchenfeindlichen Interessen eingestuft“ werde. Dann hieß es weiter: „Sie sind als Erzieherin in einem kirchlichen Kindergarten tätig. Damit verbunden ist die Dienstpflicht, den Ihnen von den Eltern anvertrauten Kindern, christliches Gedankengut zu vermitteln und vorzuleben. Es ist daher davon auszugehen – jedenfalls nicht auszuschließen -, dass angesichts der Sekte, mit der Ihre nebenberufliche Tätigkeit eng verbunden ist, die Erfüllung Ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten als Erzieherin bei einem kirchlichen Anstellungsträger und dessen Interessen erheblich beeinträchtigt werden. Des weiteren wird das Ansehen Ihres christlichen Anstellungsträgers in hohem Maße geschädigt, wenn Sie nach Verlassen des Kindergartens, nach Altfeld zum Universellen Leben fahren, dies bleibt auch der Gemeinde und vor allem den Eltern nicht verborgen.“

Die Erzieherin fühlte sich durch diesen Brief massiv bedroht und kündigte ihren Aushilfsjob, um ihren Arbeitsplatz in dem evangelischen Kindergarten nicht zu verlieren. Sie kann dort nun weiter „christliches Gedankengut vermitteln und vorleben“.

Welches Gedankengut mag das sein, an das der Oberkirchenrat dachte, als er der Erzieherin das Messer auf die Brust setzte? „Wer bei Ketzern zwei Stunden täglich putzt, hat bei uns nichts zu suchen“, war wohl der Grundgedanke des Kirchenbeamten, dessen Mentalität ersichtlich von Luthers Intoleranz gegenüber Andersgläubigen geprägt ist. Nur wer lutherisch oder katholisch ist, gilt hier als christlich.

Passend dazu ein Interview, das die Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann nach Ihrer Wahl zur Vorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands gab. Wörtlich sagte Sie damals: „Ich denke, wir sind eine sehr gut christliche evangelische Kirche, das kann ich ganz deutlich sagen, weil, wenn Sie im Augsburger Bekenntnis einmal nachlesen, Art.7, dann steht da ganz deutlich drin: ‚Kirche ist da, wo das Evangelium rein verkündigt und die Sakramente evangeliumsgemäß dargereicht werden.’ Das ist in unserer Kirche der Fall. Insofern habe ich keine Sorge darum, dass sie nicht ‚christlich’ wäre.“

Gilt das auch für den vorliegenden Fall? Auf Christus bezog Margot Käßmann sich jedenfalls nicht, sondern auf einen Artikel im evangelisch-lutherischen  „Augsburger Bekenntnis“ und auf die kirchlichen Sakramente. Jetzt müssen diese Sakramente den Lohnausfall der Erzieherin kompensieren, nachdem der Oberkirchenrat aus Karlsruhe mit seiner Drohung dafür gesorgt hat, dass „das Evangelium rein verkündigt“ wird, wie Margot Käßmann es in Ihrem Interview versicherte.

Zur Information sei angemerkt, dass das mittelständische Unternehmen, bei dem die Erzieherin arbeiten wollte, ein selbständiger Betrieb ist, an dem die Glaubensgemeinschaft Universelles Leben nicht beteiligt ist. Die Betriebsverantwortlichen fühlen sich dem Universellen Leben zugehörig, die Mehrzahl der Mitarbeiter sind jedoch Katholiken, Protestanten, Muslime oder Atheisten, die dort ihr Brot verdienen und ihre Steuern bezahlen – Steuern, die zusammen mit dem Steueraufkommen des Unternehmens dann wieder dafür verwendet werden, dass die Luther-Kirche vom Staat Subventionen in Milliardenhöhe erhält. Doch ohne schlechtes Gewissen nimmt die Kirche dieses Geld und nennt sich „christlich“, obwohl sie Anstand und Moral gegenüber Mitarbeitern ignoriert, indem man sie hinauswirft, wenn sie die Fenster bei Menschen putzt, die nicht lutherisch oder katholisch  sind

2. Fall: Wer bei Ketzern arbeitet, muss aus der Luther-Kirche austreten

Ein anderer evangelisch-lutherischer Pfarrer wütet dagegen, dass die Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma in einer von Urchristen geführten Naturklinik Krankenzimmer reinigt. Sie wurde von ihrem Pfarrer telefonisch aufgefordert, diese Arbeit zu beenden, weil die Klinik etwas mit dem Universellen Leben zu tun habe; wenn sie die Arbeit nicht aufgebe, könne sie ja aus der Kirche austreten. Die Frau hat zwei Kinder und ist zur Sicherung ihrer und ihrer Kinder Existenz auf diese Arbeit dringend angewiesen. Solche Existenzsorgen kennen Pfarrer und Bischöfe einer staatlich finanzierten Kirche natürlich nicht, die in Deutschland vom Staat mit Milliarden und Abermilliarden von Euro überhäuft werden. Dafür erteilen sie die Sakramente und glauben an ihre Dogmen und  Bekenntnisse und fühlen sich deshalb christlich.

3. Fall: Wer die Luther-Kirche verlässt, bekommt keine Anstellung

Beim Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Burgpreppach bat eine Frau kürzlich darum, aus dem Taufregister gestrichen zu werden, weil sie aus der Kirche ausgetreten sei und deshalb auch in den Kirchenbüchern nicht mehr festgehalten werden will. Pfarrer Utz teilte ihr darauf hin unter anderem mit, dass sie aufgrund ihres Kirchenaustritts „bei keinem evangelischen oder katholischen Arbeitgeber mehr Anstellung finden“ könne. Es ist wie in einem lutherischen Gottesstaat, dessen Religionspolizei jeden ausgrenzt, der ihren Glauben nicht teilt.

Bei diesem lutherischen Alleinvertretungsanspruch stellt sich die Frage, wie lange es den Menschen noch zugemutet wird, dass der Staat aus den allgemeinen Steuergeldern Kirchen finanziert, die sich so verhalten.

Weitere Info`s:universelles-leben.org

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